Wimbledon-Wetten in der Schweiz – Quoten, Regeln und die zwei erlaubten Anbieter

Updated Oktober 2026
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Ein Tennisplatz aus Rasen im ersten Morgenlicht mit frisch gezogenen Linien, einem Netz und einem leeren Schiedsrichterstuhl, dahinter hohe Hecken.

Stand: Oktober 19, 2026 · Geprüft gegen die Bewilligungs­lage der Gespa und die Sporttip-Spielregeln (Version 4.2).

Die Wimbledon Championships 2026 fanden vom 29. Juni bis 12. Juli 2026 in London auf Rasen statt und waren die 139. Austragung.

Das Turnier ist gespielt, die Quoten längst abgerechnet. Wer in der Schweiz auf Wimbledon setzen will, kommt an zwei Veranstaltern nicht vorbei, an einer geschlossenen Liste erlaubter Wettarten und an einer Marge, die sich in jeder Quote versteckt. Was davon für den nächsten Schlag ins Rasenjahr zählt, steht hier.

Wettmärkte auf Wimbledon: von der Siegerwette bis zum Tiebreak

Welche Wettarten die Gespa-Liste für Tennis überhaupt zulässt

Die Wettmärkte eines jeden Schweizer Anbieters sind nicht das, was ein Buchmacher für werb­fähig hält, sondern das, was die Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten der Gespa erlaubt. Diese Liste ist nicht beliebig erweiterbar; sie ist die Betriebs­bewilligung eines Grossspiels nach Art. 25 BGS. Wer auf Rasen setzt, wettet innerhalb dieses Rahmens.

Ein leerer Papierzettel mit Kugelschreiber liegt auf einer Holzbank am Rand eines Rasenplatzes, daneben ein Handtuch.
Bei den Wimbledon Championships spielen die Herren auf drei Gewinnsätze und die Damen auf zwei; bei 6:6 gibt es einen Tiebreak bis 7.

Für Tennis bedeutet das praktisch: Matchwetten (Sieg in einem bestimmten Spiel), Turniersieger­wetten, Satz- und Gamewetten, Über/Unter und Handicap, soweit aufgeführt. Kombinationen verschiedener Sportereignisse sind zulässig, solange die einzelnen Voraussagen listen­konform sind. Was nicht erscheint, darf nicht angeboten werden – Eckball­wetten oder Karten­wetten, die im Fussball üblich sind, sucht man bei Tennis vergebens, ebenso wenig eine Esports-Rubrik.

Eine wichtige Konsequenz: Wer einen Wettvorschlag sieht, der nicht zur Liste passt, sollte ihn nicht über Drittanbieter zu erreichen versuchen. Wer dort spielt, wettet ausserhalb der Schweizer Bewilligung – mit allen Folgen, die der Abschnitt über das Bewilligungsregime darstellt.

Quote, Mehrwert und was «Top-Quoten» bei Tennis wirklich heisst

Eine Quote ist das Inverse einer impliziten Wahrscheinlich­keit. Bei 2.00 (Quote für und gegen­über gleich) liegt sie rechnerisch bei 50 %, bei 1.50 bei knapp 67 %, bei 3.00 bei etwa 33 %. Was viele «Top-Quote»-Wer­bung verschweigt, ist die Marge des Veranstalters. Die Auszahlungs­quote (Quotenschlüssel) eines Marktes ergibt sich aus der Summe der Kehr­werte aller Quoten dieses Marktes; was 100 % übersteigt, ist die Marge. Bei 1.85 / 1.85 etwa liegt der Quotenschlüssel bei rund 108 %, also einer Marge von etwa 8 % – bei jedem Franken Einsatz bleiben ungefähr acht Rappen beim Anbieter, lange bevor ein Ball gespielt wird.

Ein gelber Tennisball liegt im Gras neben der weissen Grundlinie, Tau glitzert auf den Halmen im flachen Sonnenlicht.
Die ersten Lawn Tennis Championships in Wimbledon begannen am 9. Juli 1877 an der Worple Road.

Für eine Tenniswette heisst das: Eine «verbesserte» Quote auf den Favoriten ist oft die Variante, an der die Marge am höchsten sitzt, weil dort die meisten Einsätze landen. Auf einen Aussenseiter mit 4.00 zahlt der Anbieter weniger aus, dafür ist die Marge häufig dünner. Wer Quote vergleicht, vergleicht darum am besten Quotierungen für dieselbe Auswahl, nicht den höchsten Wert im Fenster.

Livewetten auf Rasen: was sich zwischen Aufschlag und Return verschiebt

Livewetten sind auch in der Schweiz erlaubt, sofern der Veranstalter die entsprechende Bewilligung hält. Bei Sporttip gilt: Die Wette bleibt gültig, ob das Spiel live übertragen wird oder nicht; wer nach dem tatsächlichen Eintritt des Wettausgangs tippt, wettet effektiv mit Quote 1.00. In spiel­entscheidenden Situationen – gelber Karten­entscheid analog, Video­schieds­richter, Stand von 5:0 im Tiebreak – kann Swisslos eine abgegebene Wette mit Quote 1.00 werten. Das ist eine kalkulierte Bremse gegen die Versuchung, das Feld live «aus­zuspielen».

Ein Holzschreibtisch in einem hellen Büro mit Blick auf einen Park, darauf eine Lupe und ein leerer Notizblock.
Recherche am Schreibtisch: Vorbereitung auf die Analyse der Wimbledon-Quoten.

Auch das Cash-Out gehört zu den Livewetten-Werkzeugen: Es steht für Einzel-, Kombi- und Lang­zeit­wetten zur Verfügung, vor Spiel­beginn und live, aber nur als vollständiges Cash-Out ohne Teil­aus­zahlung. Der Betrag liegt unter dem möglichen Wettgewinn und kann vom Veranstalter jederzeit angepasst werden, ohne Anspruch darauf, dass Cash-Out für jedes Spiel angeboten wird.

Das Turnier: Wimbledon auf Rasen, in zwei Wochen, mit klaren Satzregeln

Format und Spielplan der Championships

Wimbledon ist das dritte Grand-Slam-Turnier des Jahres und das einzige auf Rasen. Gespielt wird auf dem Gelände des All England Lawn Tennis and Croquet Club im Londoner Stadtteil Wimbledon. Das Turnier dauert zwei Wochen ab Ende Juni. Die 139. Austragung 2026 lief vom 29. Juni bis zum 12. Juli 2026 und ist damit Geschichte; die nächste Ausgabe folgt 2027.

Die leere Tribüne eines Tennisstadions im Abendlicht, die Sitzreihen in Dunkelgrün, über dem Dach ziehen Wolken.
Das Herreneinzel der Wimbledon Championships 2026 gewann Jannik Sinner (Italien), das Dameneinzel gewann Linda Nosková (Tschechien).

Für die Wette bedeutet das: Ein Grand-Slam ist nicht ein einzelner Match, sondern ein zwei­wöchiges Programm vom Auftakt bis zum Finale – mit Livewetten, die sich nicht erst am Final­sonntag lohnen, sondern bereits in der ersten Runde, wenn Aussenseiter hochgesetzten Spitzenspielern gegenüber­stehen.

Herren spielen auf drei, Damen auf zwei Gewinnsätze

Die Satzstruktur prägt die Wettmärkte direkt. Bei den Herren wird auf drei Gewinnsätze gespielt, bei den Damen auf zwei. Bei 6:6 wird ein Tiebreak bis 7 ausgespielt. Im Entscheidungs­satz – also im fünften Satz der Herren und im dritten Satz der Damen – wird seit März 2022 ein Match-Tiebreak bis 10 (zwei Punkte Vorsprung) gespielt, statt den Satz endlos weiter zu führen.

Ein Fernglas liegt auf einem Gartentisch neben einer Schale Erdbeeren und einem Glas Wasser, dahinter ein Rasenplatz im Dunst.
Blick auf einen Rasenplatz bei Wimbledon im Dunst.

Was das für die Wette heisst: Bei Herren-Matches ist die Wahrscheinlich­keit eines Fünf­satzers spür­bar höher als bei den Damen, was Handicap-Wetten auf «Sätze −1,5» ebenso berührt wie Über/Unter auf Gesamtzahl der Spiele. Wer auf eine «über 3,5 Sätze»-Linie setzt, wettet bei den Damen praktisch nur auf die Ausnahme.

Was schon gespielt ist: Ergebnisse 2026 und ihre Quote

Jannik Sinner hat das Herren­einzel der Wimbledon Championships 2026 gewonnen und damit seinen Vor­jahres­sieg wieder­holt, bei den Damen stand Linda Nosková an der Spitze. Für künftige Wetten ist weniger das Resultat an sich relevant als das, was die Buchmacher daraus ableiten – die Setzliste, die Spiel­stärke der Konkurrenten auf Rasen, die Statistik direkter Duelle auf dem Belag.

Buchmacher für Wimbledon in der Schweiz: die Rangliste und ihre Grenzen

Wer in der Schweiz überhaupt auf Wimbledon wetten darf

Anders als in vielen Märkten gibt es in der Schweiz keine breite Auswahl lizensierter Buchmacher – es gibt sie schlicht nicht. Die inter­kantonale Vereinbarung und das Geldspiel­gesetz (BGS) begrenzen die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Wer ein Konto eröffnen will, braucht Wohnsitz im jeweiligen Vertrags­gebiet: Deutsch­schweiz, Tessin und Liechtenstein bei Swisslos, die sechs West­schweizer Kantone Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Waadt und Wallis bei Loterie Romande.

Mehrere Tennisbälle in unterschiedlichem Abnutzungsgrad liegen nebeneinander auf einer hölzernen Bank, im Hintergrund ein grüner Zaun.
Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio.: CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz.
Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalter / Lizenz laut Eigenangaben
Swisslos Sporttip Ja Swisslos Inter­kantonale Landeslotterie Genossenschaft, Veranstalter- und Spiel­bewilligung BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa
Loterie Romande Jouez Sport Ja Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande), Veranstalter- und Spiel­bewilligung BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa
ZotaBet Keine Aus­ländische Lizenz; hat in der Schweiz keine Geltung (Art. 4 BGS); keine Verbindung zum Schweizer Sperr­register, kein Schweizer Rechts­weg; Domain kann auf der Gespa-Sperr­liste landen.
Unibet Keine Aus­ländische Lizenz; hat in der Schweiz keine Geltung (Art. 4 BGS); keine Verbindung zum Schweizer Sperr­register, kein Schweizer Rechts­weg; Domain kann auf der Gespa-Sperr­liste landen.
Betscore Keine Aus­ländische Lizenz; hat in der Schweiz keine Geltung (Art. 4 BGS); keine Verbindung zum Schweizer Sperr­register, kein Schweizer Rechts­weg; Domain kann auf der Gespa-Sperr­liste landen.
WirWetten Keine Aus­ländische Lizenz; hat in der Schweiz keine Geltung (Art. 4 BGS); keine Verbindung zum Schweizer Sperr­register, kein Schweizer Rechts­weg; Domain kann auf der Gespa-Sperr­liste landen.
BetFury Keine Aus­ländische Lizenz; hat in der Schweiz keine Geltung (Art. 4 BGS); keine Verbindung zum Schweizer Sperr­register, kein Schweizer Rechts­weg; Domain kann auf der Gespa-Sperr­liste landen.
Rollbit Keine Aus­ländische Lizenz; hat in der Schweiz keine Geltung (Art. 4 BGS); keine Verbindung zum Schweizer Sperr­register, kein Schweizer Rechts­weg; Domain kann auf der Gespa-Sperr­liste landen.
Rabona Keine Aus­ländische Lizenz; hat in der Schweiz keine Geltung (Art. 4 BGS); keine Verbindung zum Schweizer Sperr­register, kein Schweizer Rechts­weg; Domain kann auf der Gespa-Sperr­liste landen.
Bruce Bet Keine Aus­ländische Lizenz; hat in der Schweiz keine Geltung (Art. 4 BGS); keine Verbindung zum Schweizer Sperr­register, kein Schweizer Rechts­weg; Domain kann auf der Gespa-Sperr­liste landen.

Die Spalte ist nüchtern: Alle Anbieter ohne Schweizer Bewilligung tragen denselben rechtlichen Status. Eine Rangfolge innerhalb dieser Gruppe nach «Sicherheit» wäre Augen­wischerei – wer dort spielt, hat kein Schweizer Schutz­netz, kein Sperr­register, keinen Rechts­weg und je nach Kanton eine andere Steuerlage.

Wie diese Liste zustande kommt

Die interkantonale Sperre auf zwei Veranstalter ist nicht das Ergebnis eines Wettbewerbs, sondern einer politischen Entscheidung. Die Kantone haben 2019 in der neuen Vereinbarung über die gemeinsame Durch­führung von Geldspielen fest­gehalten, dass die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sport­wetten auf zwei begrenzt bleibt. Werbung für Glücks­spiele, die in der Schweiz nicht bewilligt sind, ist nach Art. 74 Abs. 3 BGS unter­sagt und mit Busse bis CHF 500’000 bedroht (Art. 131 BGS) – die Spalte «keine Bewilligung» ist also auch ein Hinweis darauf, dass die Plattform selbst ihre Werbung in der Schweiz gar nicht schalten dürfte.

Was die Schweiz von Wimbledon-Wetten trennt: das Bewilligungs­regime

Zwei Säulen, ein Gesetz

Rechtliche Grundlage ist das Bundes­gesetz über Geldspiele (BGS, SR 935.51), in Kraft seit dem 1. Januar 2019. Online-Sportwetten sind ein Gross­spiel im Sinne von Art. 3 lit. c und e BGS und werden von der inter­kantonalen Geldspiel­aufsicht Gespa in Bern überwacht – nicht von der ESBK, die nur die Spiel­banken­konzessionen beaufsichtigt. Eine Bewilligung besteht aus zwei Teilen: einer Veranstalter- und einer Spiel­bewilligung (Art. 21–25 BGS); «gilt nur in der Schweiz» hält Art. 4 BGS fest.

Ein Torbogen aus hellem Stein am Rand eines Sportplatzes, durch den man auf einen gepflegten Rasen blickt, niemand ist zu sehen.
Zur Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet.

Der entscheidende Punkt, an dem die Schweiz sich von anderen Märkten unter­scheidet: Eine aus­ländische Lizenz – ob Malta, Curaçao, Deutschland oder anderswo – hat hier keine Geltung. Wer ohne Schweizer Bewilligung organisiert, macht sich strafbar (bis drei Jahre Freiheits­strafe, gewerbs­mässig bis fünf Jahre, Art. 130 BGS). Der Spielende selbst wird nicht bestraft, aber sein Einsatz und sein Gewinn können in einem Verfahren gegen den Anbieter ein­gezogen werden.

Wohnsitz, Alter und Konto: Hürden, die jedes Schweizer Konto nimmt

Wer Sporttip oder Jouez Sport online nutzen will, muss mindestens 18 Jahre alt sein und Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im jeweiligen Vertrags­gebiet haben. Swisslos prüft die Angaben aus dem hoch­geladenen Ausweis gegen Adress­datenbanken; jede Person darf sich nur einmal registrieren. Minder­jährige sind von der Teil­nahme aus­geschlossen; für 18- bis 20-Jährige gelten tiefere Verlust­limiten (höchstens CHF 1’000 statt CHF 9’999).

Wer an einem Wett­ereignis als Wett­kämpfer teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht setzen – eine Selbst­wette-Regel, die auf den ersten Blick unnötig erscheint und auf den zweiten Blick die Trennung zwischen Sport und Wette sichert.

Werbung, Werbe­verbote und der Grat zwischen Information und Anpreisung

Werbung für bewilligte Geldspiele darf weder aufdringlich noch irre­führend sein und sich nicht an Minder­jährige oder gesperrte Personen richten (Art. 74 BGS). Frei­spiele und Gratis­guthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS); im Jahr 2025 hat die Aufsicht 24 solcher Bewilligungen an Loterie Romande und 8 an Swisslos erteilt. Bonus­beträge und -bedingungen kommen ausschliess­lich aus den Allgemeinen Geschäfts­bedingungen des jeweiligen Veranstalters.

Werbung für Glücks­spiele, die in der Schweiz nicht bewilligt sind, ist verboten. Das gilt ausdrücklich auch für Promotion, Bonus­aktionen und Empfehlungen an Schweizer Adressen – was sich wie ein technischer Hinweis liest, ist die operative Spiel­regel dieses Markts.

Sperr­liste und DNS-Sperre: warum aus­ländische Seiten «weg» sind

Die Gespa führt eine Sperr­liste aus­ländischer Domains, die Schweizer Internet­anbieter per DNS-Sperre blockieren (Art. 86–93 BGS). Die Liste wird laufend aktualisiert; am Ende des Jahres 2025 standen 671 Domains drauf, die durch neue Domains ersetzt werden, sobald sie auf der Liste auftauchen. Das Vorgehen heisst im Schweizer Sprach­gebrauch «Domain-Hopping». Was das für eine Wimbledon-Wette heisst: Wer zwischen Abgaben der Wette und Spiel­beginn die Seite wechseln muss, wettet möglicher­weise auf einem anderen Anbieter als angenommen – und damit ohne Schweizer Schutz.

Spielerschutz auf zwei Wochen Rasen: Limiten, Pausen, Sperren

Verlust­limiten, die vor der ersten Wette zu setzen sind

Wer bei Sporttip erstmals spielt, legt vor der ersten Wette Verlust­limiten für 1, 7 und 30 Tage fest – gesetzliche Obergrenze CHF 9’999 pro Tag (für unter 21-Jährige CHF 1’000). Eine Senkung greift sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden – die Sperre wirkt also bewusst gegen das Hoch­fahren in der Hitze eines Spiels. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungs­limite für jeweils 30 Tage möglich, und das Limit ist das des Spielers, nicht das des Staates – anders als in Deutschland oder den Nieder­landen gibt es in der Schweiz keinen fixen Einzahlungs­deckel pro Monat.

Eine Sanduhr steht auf einem Tisch neben einer Tasse Tee, im Hintergrund ein unscharfer Tennisplatz im Abendlicht.
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen (Oberlimite CHF 9'999, unter 21 Jahren CHF 1'000).

Eine Konsequenz für die Turnier-Wochen: Wer für Wimbledon plant, setzt die Limiten am besten vor Turnier­beginn. Wer mitten in der zweiten Woche merkt, dass das voreingestellte Tages­limit aufgebraucht ist, kann es zwar senken, aber nicht erhöhen – ein bewusst einge­bautes Disziplin­moment in einer besonders impuls­anfälligen Phase.

Spielsperre, Sperr­register und der Weg zurück

Swisslos bietet einen produkt­bezogenen Selbstausschluss für 1 bis 180 Tage, ohne Auf­hebung vor Frist­ablauf. Eine unbe­fristete Spielsperre wird im schweiz­weiten Sperr­register einge­tragen und gilt auch für Spiel­banken und Online-Casinos sowie im Fürsten­tum Liechtenstein. Die Spielsperre ist also kein punktueller Aus­stieg aus einem Anbieter, sondern ein Eintrag in ein gemein­sames Register, das alle konzessionierten Anbieter prüfen.

Wer sich freiwillig sperrt, kann sich frühestens nach drei Monaten wieder entsperren lassen – eine Spezial­stelle ist ein­gebunden (Art. 81 BGS). Ein selbst gewählter Aus­zeit von bis zu sechs Monaten muss vom Anbieter angeboten werden (Art. 89 VGS). Wer gesperrt oder minder­jährig ist, hat keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn (Art. 45 BGS) – die Regel schützt vor der Rück­abwicklung «nur weil».

Hilfs­stellen und wo Betroffene hingehen

Die Gespa-Mitteilung zum Spiel­erschutz weist für Fragen zu Selbstausschluss und Sperr­register auf die zuständigen Stellen der beiden Veranstalter hin. Wer merkt, dass das eigene Wetten über das geplante Mass hinaus­geht, sollte zuerst die Limiten senken – das geht sofort – und sich beraten lassen, bevor eine Erhöhung ansteht. Die 72-Stunden-Frist ist nicht Schikane, sondern verhindert, dass eine Wette unter emotio­naler Anspan­nung das ganze System hochfährt.

Quotenmarge als Entscheidungs­hilfe: was «1,90 zu 1,90» wirklich bedeutet

Die Rechnung hinter der Quote

Für einen Zwei-Wege-Markt – etwa «Spieler A gewinnt» gegen «Spieler B gewinnt» – ergibt sich der Auszahlungs­schlüssel aus der Summe der Kehr­werte beider Quoten. Bei zwei Quoten von je 1.90:

Das ist im Tennis eine sehr günstige Marge; viele internationale Anbieter liegen im Bereich 6 bis 8 % auf das Match­sieger­markt­segment. Für Schweizer Verhält­nisse ist 1,90 / 1,90 ein illustratives Beispiel – die genauen Quoten für Wimbledon-Matches legt der Veranstalter fest, und sie schwanken mit dem Spiel­verlauf, der Setzliste und dem Spiel­volumen.

Was das in Franken heisst – und was es nicht heisst

Wer bei 1,90 / 1,90 mit einem Einsatz von CHF 10 auf eine Seite setzt, gewinnt bei einem Treffer CHF 19 brutto (Einsatz CHF 10 × Quote 1,90) und damit CHF 9 Nettogewinn. Der Anbieter behält im Schnitt rund CHF 0,50 von jedem CHF 10 Einsatz auf diesem Markt, lang­fristig und über sehr viele Spiele hinweg. Bei einer Auszahlung von CHF 19 fliessen also etwa CHF 9,50 zurück an die Spielenden und CHF 0,50 an den Veranstalter – das ist die Mechanik, mehr nicht.

Was die Rechnung nicht zeigt: Wer das Match richtig tippt, nimmt nicht die Marge mit nach Hause, sondern den vollen Nettogewinn. Wer falsch tippt, verliert den Einsatz. Die Marge ist eine durch­schnittliche Grösse über viele Spiele, kein Versprechen für die nächste Wette. Wer auf 1,90 wettet und gewinnt, hat mehr gewonnen, als die Marge ihm lang­fristig zurück­gibt – und genau das macht das Wettgeschäft für den Anbieter kalkulierbar.

Wie die Marge die Wett­strategie berührt

Bei deutlichen Favoriten­quoten verschiebt sich das Bild. Auf einen klaren Favoriten mit Quote 1,30 (gegen Aussenseiter 4,50) liegt der Auszahlungs­schlüssel bei rund 99 %, die Marge bei rund 1 %. Auf zwei Quoten von 1,70 / 2,30 liegt der Auszahlungs­schlüssel bei etwa 95,8 %, die Marge bei 4,2 %. Wer einzelne Quoten vergleicht, sollte den implizierten Markt­schlüssel mit­rechnen – was als «beste Quote» beworben wird, ist häufig die Linie mit der höchsten Marge auf der populäreren Seite.

Anbieter im Vergleich: wer für welchen Wimbledon-Einsatz taugt

Swisslos Sporttip – für die Deutsch­schweiz, mit Cash-Out und der Lizenz im Rücken

Swisslos ist der eine der zwei Veranstalter, die in der Schweiz überhaupt Sportwetten anbieten dürfen. Sitz der Genossen­schaft ist Basel; das Produkt heisst Sporttip. Wer dort spielt, spielt mit Veranstalter- und Spiel­bewilligung unter dem BGS, unter Aufsicht der Gespa, mit Anschluss an das schweiz­weite Sperr­register.

In der Praxis heisst das: Verlust­limiten werden vor der ersten Wette gesetzt, eine Senkung greift sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Cash-Out gibt es für Einzel-, Kombi- und Langzeit­wetten, vor Spiel­beginn und live, aber nur als vollständiges Cash-Out und nicht garantiert für jeden Markt. Quoten- und Profit­boosts sind nur online nutz­bar, nur einmal pro Spiel­enden, im Einsatz und im Erhöhungs­betrag limitiert, und verfallen bei Cash-Out.

Die Mindest- und Höchst­einsätze sind 1 bis CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombi­wette, bis CHF 10’000 pro System­wette – die Limits sind Veranstalter- und nicht Markt­bedingung und können von Swisslos jeder­zeit ohne Angabe von Gründen geändert werden. Wer auf Wimbledon 2027 setzt, sollte die Quoten- und Boost-Bedingungen vor jeder Wette prüfen; die Regeln ändern sich über die Saison.

Wer schon ein Konto hat, kann bei Sporttip bleiben und bei den Tenniswochen Cash-Out nutzen, um eine laufende Wette vor dem Matchball zu schliessen. Wer auf tiefere Margen setzt, ist hier richtig – die Sporttip-Marge auf die Schweizer Liste ist im internationalen Vergleich eher eng.

Loterie Romande Jouez Sport – für die Romandie, mit derselben Bewilligungs­lage

Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport in den sechs West­schweizer Kantonen Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sitz ist Lausanne, Avenue de Provence 14, mit 2’350 Verkaufsstellen in der Romandie und 221 Mitarbeitenden. Die Bewilligungs­lage ist dieselbe wie bei Swisslos: Veranstalter- und Spiel­bewilligung unter dem BGS, Aufsicht durch die Gespa, Anschluss an das schweiz­weite Sperr­register.

Die Konsequenz: Wer im Welschland wohnt, kann hier spielen, wer in Zürich wohnt, kann es nicht – selbst wenn die Online-Plattform technisch erreichbar wäre. Genau diese regionale Trennung macht die zwei Veranstalter zu komplemen­tären Anbietern und nicht zu Konkurrenten.

Für Wettende heisst das: Der Vergleich läuft weniger über Quoten als über Gewohnheit und Verfügbarkeit. Wer in Genf sitzt und auf einen Wimbledon-Match setzen will, hat in der Praxis diese eine Plattform – daran ändert auch die schönste Werbe-Quote nichts.

Aus­ländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung – die gebotene Vorsicht

Die übrigen Anbieter in der Rangliste – ZotaBet, Unibet, Betscore, WirWetten, BetFury, Rollbit, Rabona und Bruce Bet – haben in der Schweiz keine Bewilligung. Sie werben international, sie mögen eine Lizenz aus Malta, Curaçao oder anderswo haben – für Schweizer Wettende zählt allein die Schweizer Lage.

Die Konsequenzen im Klartext: Kein Anschluss an das schweiz­weite Sperr­register, kein Schweizer Rechts­weg, Domains können auf der Gespa-Sperr­liste landen und per DNS gesperrt werden, Gewinne aus aus­ländischen Gross­spielen werden je nach Kanton unter­schiedlich besteuert – Thurgau etwa behandelt sie voll­umfänglich als steuer­bares Einkommen.

Wer mit einer dieser Plattformen wettet, sollte sich bewusst sein, was er eintauscht: Eine breitere Wettauswahl gegen den Schutz des Schweizer Regimes. Die Entscheidung ist individuell – sie ist nicht zu empfehlen und nicht zu ver­bieten, aber sie ist zu kennen.

Steuern, Auszahlung und das, was nach Wimbledon kommt

Gewinne unter dem Freibetrag: keine Einkommen­steuer, keine Verrechnungs­steuer

Gewinne aus bewilligten Schweizer Gross­spielen sind bis zum Steuer­frei­betrag pro Einzel­gewinn einkommen­steuerfrei. Der Bundes­frei­betrag liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000, im Jahr 2025 waren es CHF 1’070’400; die kantonalen Frei­beträge weichen ab, darum gilt «je nach Kanton». Über dem Schwellen­wert zieht der Veranstalter 35 % Verrechnungs­steuer ab, die mit der Steuer­erklärung zurück­geholt werden kann.

Ein typischer Wimbledon-Gewinn bleibt weit unter dem Frei­betrag – auf eine Einzelwette mit Einsatz CHF 10 und Quote 2.50 sind es CHF 25 brutto, also CHF 15 netto. Das ist unter dem Bundes­frei­betrag und damit steuerfrei, und keine Verrechnungs­steuer wird fällig. Bei Kombi­wetten wird das Produkt der Quoten verwendet; bei einer Quote von 4.00 × 3.50 × 2.50 ergibt sich eine Gesamt­quote von 35,00 und auf einen CHF 10-Einsatz ein Brutto­gewinn von CHF 350 – auch das bleibt unter dem Frei­betrag und steuerfrei.

Auszahlung: wohin, in welcher Form, an welchen Namen

Gewinne und Saldi werden nach Art. 50 Abs. 2 VGS aus­schliesslich auf ein Zahlungs­konto des Konto­inhabers ausge­zahlt – anonym oder in Krypto­währungen ist bei Schweizer Buchmachern nicht möglich, ebenso kein Kredit an Spielende (Art. 75 Abs. 1 BGS). Welche Zahlungs­marken ein Anbieter konkret annimmt, steht in dessen Allgemeinen Geschäfts­bedingungen; ein gesetzlicher Anspruch auf eine bestimmte Marke besteht nicht.

Auf das Verrechnungs­modell der Gewinn­auszahlung – die Gesamt­quote wird auf zwei Nach­komma­stellen auf- und dann auf fünf Rappen genau ab­gerundet – hat nur Swisslos in seinen Spiel­regeln explizit hingewiesen. Wer auf den Rappen genau rechnet, sollte diese Regelung kennen.

Häufige Fragen zu Wimbledon-Wetten aus der Schweiz

Wann fanden die Wimbledon Championships 2026 statt, und auf welchem Belag wird gespielt?

Die 139. Ausgabe der Wimbledon Championships lief vom 29. Juni bis zum 12. Juli 2026 in London auf Rasen. Wimbledon ist das dritte Grand-Slam-Turnier des Jahres und das einzige auf Rasen. Die nächste Ausgabe folgt 2027, alljährlich ab Ende Juni, gespielt auf dem Gelände des All England Lawn Tennis and Croquet Club im Londoner Stadtteil Wimbledon.

Wer darf in der Schweiz Wetten auf Wimbledon anbieten, und welche Wettarten stehen auf der Gespa-Liste?

Sportwetten sind in der Schweiz ein Gross­spiel nach BGS, beaufsichtigt von der Gespa. Erlaubt sind nur die zwei inter­kantonal anerkannten Veranstalter Swisslos mit Produkt Sporttip und Loterie Romande mit Produkt Jouez Sport. Welche Sportarten, Wettbewerbe und Wett­arten angeboten werden dürfen, regelt die Gespa-Liste; sie ist geschlossen und damit nicht beliebig erweiterbar.

Wie unterscheiden sich Herren- und Damenturnier bei der Satzzahl, und was bedeutet das für Satz- und Match­wetten?

Bei den Herren wird auf drei Gewinn­sätze gespielt, bei den Damen auf zwei; bei 6:6 folgt ein Tiebreak bis 7. Im Entscheidungs­satz wird seit März 2022 ein Match-Tiebreak bis 10 (zwei Punkte Vorsprung) gespielt. Für die Wette heisst das: Herren-Matches gehen häufiger in einen fünften Satz, was Handicap auf «Sätze −1,5» und Über/Unter auf Gesamtspiellänge berührt.

Wie wird die Auszahlung einer Tennis­wette aus Einsatz und Quote berechnet, und was ist die Marge des Anbieters?

Bei einer Einzel­wette ergibt sich der Brutto­gewinn aus Einsatz mal Quote, der Netto­gewinn aus Einsatz mal (Quote minus 1). Bei einer Kombi­wette ist die Gesamt­quote das Produkt der Einzel­quoten. Die Marge ist die Differenz zwischen 100 % und der Summe der Kehr­werte aller Quoten des Marktes – bei 1,90 / 1,90 sind das knapp 5 %, also etwa fünf Rappen pro Franken Einsatz im Durch­schnitt.

Was gilt bei Live­wetten auf Tennis, und wie schnell ändern sich Quoten während eines Spiels?

Live­wetten sind erlaubt, sofern der Veranstalter die Bewilligung hält. Bei Sporttip gilt: Die Wette bleibt gültig, ob das Spiel live über­tragen wird oder nicht; Wetten nach dem tatsächlichen Eintritt des Wettausgangs werden mit Quote 1.00 gewertet. Cash-Out ist vollständig, ohne Teil­aus­zahlung, und kann vom Veranstalter jeder­zeit entzogen werden – ein garantiertes Live-Angebot pro Markt gibt es nicht.

Wie wirken sich Verlust­limiten und die Spielsperre auf Wetten während der Turnier­wochen aus?

Vor der ersten Sporttip-Teil­nahme sind Verlust­limiten für 1, 7 und 30 Tage zu setzen, Ober­grenze CHF 9’999 pro Tag (CHF 1’000 unter 21). Senkungen greifen sofort, Erhöhungen erst nach 72 Stunden. Eine Spielsperre ist produkt­bezogen für 1 bis 180 Tage möglich, unbe­fristete Sperren werden schweiz­weit im Register ein­getragen und gelten auch für Spiel­banken und Liechtenstein – was die zwei­wöchige Rasen­saison zu einem guten Zeit­punkt macht, die Limiten vorher zu kalibrieren.

Inhalt erstellt vom Team «rasentenniswetten»